Mit Artemis Digital ist in enger Zusammenarbeit mit dem Städel Museum eine webbasierte Anwendung entstanden, die Kunst auf einfühlsame und zeitgemäße Weise zugänglich macht. Das Projekt richtet sich an Menschen mit leichter bis mittelgradiger Demenz sowie an ihre Angehörigen und Begleitpersonen und überträgt die Idee kunstbasierter Begegnung in den digitalen Raum. Ziel der gestalterischen Umsetzung war es, eine visuell klare, intuitiv bedienbare und barrierearme Anwendung zu entwickeln, die einen selbstbestimmten, ortsunabhängigen Zugang zu den Kunstwerken der Städel Sammlung ermöglicht.
Im Zentrum der Gestaltung stand die Frage, wie digitale Interfaces Nähe, Orientierung und Vertrauen schaffen können. In enger Abstimmung mit dem Projektteam wurden eine ruhige Bildsprache, eine klare visuelle Hierarchie und eine reduzierte Nutzerführung entwickelt, die Raum für Entdeckung lässt, ohne zu überfordern. Interaktive Elemente laden zum gemeinsamen Betrachten, Erzählen und kreativen Gestalten ein und unterstützen kommunikative und sensorische Prozesse. Gestaltung fungiert hier als vermittelnde Instanz zwischen Kunst, Technologie und menschlicher Begegnung.
Artemis Digital zeigt, wie Design gesellschaftliche Relevanz entfalten kann. Das Projekt verbindet kulturelle Teilhabe, soziale Verantwortung und digitale Innovation und steht beispielhaft für einen nutzerzentrierten, sensiblen Umgang mit komplexen Zielgruppen. Die gestalterische und konzeptionelle Umsetzung leistet damit einen Beitrag zu neuen Formen der Verständigung und macht Kunst als gemeinsames Erlebnis digital erfahrbar.

Fotos: Städel Museum, Tetyana Lux







